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Zieglerei in Alt-Breitscheid in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts (2)

1726 wurden dem Zieglermeister Johannes Wenninger innerhalb von drei Tagen zwei Kinder in Breitscheid begraben. Er scheint bald danach mit seinen Gesellen Breitscheid verlassen zu haben, da alle in den Kirchenbüchern nicht mehr erwähnt werden. 1732 und 1735 wird Jost Henrich Stahl "der Ziegler" genannt und 1740 "des Zieglers Haus" (Stahl) noch einmal erwähnt. Dann wird es still um die Zieglerei in Breitscheid.-

1779 sagt der Heimberger (Bürgermeister) Johannes Fesch bei einer Vernehmung vor dem Amtmann in Herborn aus, das vor etwa 30 Jahren in Breitscheid eine Ziegelhütte gewesen wäre. Demnach muss vor 1750 das Ziegelbrennen hier eingestellt worden sein. Auf dem Grundstück, damals am Dorfrand, entstand ein Bauernhof; 1779 wird im Kirchenbuch ein Knecht erwähnt, "der hier auf der Ziegelhütte gedienet hatte".

Unter den in Breitscheid hergestellten Ziegeln dürfen wir uns nicht Mauersteine vorstellen, die aus Lehm gebrannt werden und bei uns "Backstoa" heißen. Ein entsprechendes Lehmvorkommen gab es in Breitscheid nicht. In der Ziegelhütte wurden Dachziegel aus Ton angefertigt und, ähnlich wie Häfnerware, gebrannt. Sie waren als Platten von 12 Zoll Länge und 6 Zoll Breite den heute "Biberschwanz" genannten Dachziegeln ähnlich. Der Verkaufspreis betrug 6 1/2 Gulden für 1000 Stück. In Breitscheid und der näheren Umgebung wird es freilich Abnehmer kaum gegeben haben. Die Bauern hielten trotz der größeren Brandgefahr an ihren Strohdächern fest, weil sie billiger, leichter und wärmer waren als die Ziegeldächer. Absatzgebiet für die Breitscheider Dachziegel werden die Städte Dillenburg und Haiger gewesen sein, die im Jahr 1723 beide abgebrannt waren. Es ist sicherlich kein Zufall, dass in dem Brandjahr 1723 die Zieglerei in Breitscheid zum ersten Mal genannt wird. Man wird die Vermutung wagen dürfen, dass die beiden Großbrände den Anlass zur Errichtung der Ziegelhütte gegeben haben.

Da in Breitscheid damals auch die Häfnerei in mehreren Häusern betrie-ben wurde, konnte sich die Zieglerei nicht allzu lange halten. Beide Handwerke hatten einen großen Holzverbrauch; auf die Dauer wäre der Wald den Anforderungen nicht gewachsen gewesen. Der größere Verbraucher war die Ziegelhütte. Sie musste weichen, weil sonst das Häfnerhandwerk, das mehr Hände zu beschäftigten in der Lage war, hätte eingehen müssen. Dass diese Lösung in verschiedener Hinsicht die richtige war, hat sich später erwiesen.

Aus der Heimatgeschichte 1995 bearbeitet von Hanfred Thielmann, Breitscheid-Erdbach

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