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1778: Keine Dachziegel für Frohnhausen

Nachdem ich in der vorrausgegangenen Ausgabe der "Breitscheider Nachrichten" den Artikel von Ernst Henn über die Ziegelhütte in Breitscheid veröffentlicht habe, möchte ich heute eine Publikation bringen, in der sich Ernst Henn erneut mit dem Ziegelbrennen beschäftigt. Wie wir uns noch erinnern können, musste vor 1750 die Ziegelhütte in Breitscheid schließen, weil der heimische Wald die Unmenge Holz, die für das Ziegelbrennen benötigt wurde, zusätzlich zu dem Holz, welches die Häfner für ihre Brennöfen brauchten, nicht aufbringen konnte. So wurde entschieden, dass das Holz heimischer Wälder nur noch für die Häfner zur Verfügung stand. Diese Entscheidung war dann das "Aus" für die Herstellung gebrannter Dachziegel aus Ton.

Da aber die strohgedeckten Häuser der damaligen Zeit immer wieder großen Feuerbrünsten zum Opfer fielen und das Eindecken der Häuser mit Dachziegeln die Feuergefahr erheblich minderte, war natürlich ein starkes Bestreben -auch durch die fürstliche Regierung- vorhanden, die Strohdächer durch ziegelgedeckte Dächer abzulösen. Dieses war aber nicht ganz einfach, denn neben dem nicht vorhandenen Geld bei den Hausbesitzern spielten auch noch andere Gründe eine große Rolle. Ernst Henn berichtet darüber in einem Artikel, der im Mai 1965 in den "Heimatblätter" veröffentlicht wurde. Als Quelle nannte er das Hauptstaatsarchiv in Wiesbaden.
Er schreibt:

Nachdem schon in den Jahrzehnten vorher mehrere Dörfer in Nassau-Dillenburg von verheerenden Bränden heimgesucht worden waren, wurde im Juli 1778 das Dorf Frohnhausen durch ein Großfeuer fast vollständig vernichtet.
In der Erkenntnis, dass das Ausmaß der Brände wesentlich durch die Strohdächer verursacht war, bemühte sich die Landesregierung in Dillenburg, beim Wiederaufbau der Dörfer die Verwendung von Dachziegeln zu fördern. Sie betrieb in eigener Regie eine Ziegelbrennerei bei Herborn und führte jahrelange Verhandlungen über die Errichtung weiterer Ziegelhütten, vor allem in Breitscheid, wo zwischen 1720 und 1750 bereits Dachziegel gebrannt worden waren. Aber die angesprochenen Gemeinden brachten der Ziegelei wenig Interesse entgegen, weil sie wegen des großen Holzbedarfs um den Bestand ihrer Wälder besorgt waren. Versuche mit Braunkohle aus der Grube bei Breitscheid waren wohl nicht gelungen, obwohl es in einem Regierungserlass 1758 heißt: "...unterirdische Holtzkohlen sind bei Häfner-öfen schon mit Nutzen zur Beihilfe genommen worden."

Trotz jahrelanger Bemühungen war man in der Sache nicht weitergekommen, als der Brand von Frohnhausen die Bedeutung der Dachziegel wieder stärker ins Blickfeld rückte. Nun wurde mit Breitscheid erneut Verbindung aufgenommen und in der Person des Häfnermeisters Johann Georg Schmidt d.Ä. ein Mann gefunden, der bereit war, für die wiederaufzubauenden Häuser in Frohnhausen Dachziegel herzustellen. Er hatte das Ziegelbrennen in Breitscheid vor Jahrzehnten noch erlebt und begann sogleich mit der Anfertigung von Probestücken. Mit diesen begab er sich am 8. September 1778 in die Fürstliche Kanzlei zu Dillenburg und gab dort folgendes zu Protokoll:

"Hochwohlgebohrene Freyherren, Hochwohl- und Wohlgebohrene auch Hochgelehrte Fürstlich Oranien-Nassauische, zur Landesregierung Hochverordnete Herren Geheime-Präsident, Geheime-Justiz- und Regierungs-Räthe, auch Assesores, gnädig-Hochgebietend- und Hochgeehrteste Herren ! Ich habe nach angewandter vieler Mühe bey Breidscheid, meinem Wohnort, solche Erde in großer Menge entdeckt, von welcher gute Ziegelsteine (gemeint sind Dachziegeln) gebrennet werden können, und ich

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zitiert aus dem "Herborner Tageblatt"

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