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Zieglerei in Alt-Breitscheid in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts (1)

Bereits in Nr. 46 der "Breitscheider Nachrichten" hat Ernst Henn in seinem Artikel über die Breitscheider Mühlen die Feldflur "Off dr Zilett" erwähnt und geschrieben, dass dort nach 1700 für eine gewisse Zeit eine "Ziegelhütte" gestanden hat. Zwar ist der Bauernhof nicht mehr da, über den Ernst Henn im Jahr 1964 noch berichtet, und die damaligen Bewohner, Franz und Elli Thielmann, leben nicht mehr, aber der Hausname "Zilette" existiert heute noch in Breitscheid und ist die letzte schwache Erinnerung an dieses einstige Handwerk in unserem Ort.

Doch nun zurück zu Ernst Henn und seinem Bericht über die Zieglerei in Breitscheid vom November 1964 aus den "Heimatblätter":

Wer in Breitscheid von der Mühle aus die Schönbacher Straße hinaufgeht, erreicht nach etwa hundert Schritten auf der linken Straßenseite einen Bauernhof, der sich durch seine Größe und Bauart von allen anderen Höfen im Dort unterscheidet. Ein Doppelwohnhaus und zwei landwirtschaftliche Gebäude umschließen in Hufeisenform einen geräumigen Hofplatz, an dem sich nach Osten hin ein großer Gras- und Obstgarten anschließt.

Als einziger Hof im Ort hat dieser Hof einen Namen, der sich nicht von jetzigen oder früheren Besitzern herleitet, sondern von einer anderen früheren Verwendung des Grundstücks; er wird "de Zilett" genannt. Mit diesem Namen kann jedoch auch ein Mundartkundiger nicht viel anfangen, wenn ihm nicht die Katasterbezeichnung für die ostwärts anliegende Flur bekannt ist. Sie heißt "Hinter der Ziegelhütte" und weist damit eindeu-tig aus, dass auf dem Hofgelände davor früher eine Ziegelhütte gestan-den hat.

Was wissen wir von dieser Ziegelhütte und der Zieglerei in Breitscheid? In der Dorfbevölkerung sind außer dem Hofnamen keine Erinnerungen mehr vorhanden. Im Staatsarchiv in Wiesbaden wurden Akten über Ziegelhütten vor 1754 bisher nicht gefunden. Was wir heute wissen, verdanken wir den Breitscheider Kirchenbüchern und den Archivakten aus der Zeit, von 1754 und später. Im Kirchenbuch wird erstmals 1706 ein Ziegler genannt, und zwar Johann Markus Bechtum, der uns auch als erster Hafner in Breitscheid bekannt geworden ist. Dass er als Ziegler in Breitscheid gearbeitet hat, ist unwahrscheinlich, da er nach 1706 nur noch Häfner genannt wird und auch seine männlichen Nachkommen nicht unter den Zieglern, sondern unter den Häfnern erscheinen. Der erste Ziegelhüttenbesitzer muss Johannes Wenninger (aus dem Rheinland stammend) gewesen sein. Er wird 1724 im Kirchenbuch "Meister Johannes Wenninger, hiesiger Ziegler" und 1726 "Herr Johannes Wenninger, Kalck- und Ziegelbrenner" genannt. Mindestens zwei Zieglergesellen von auswärts waren bei ihm beschäftigt; 1724 wird dem "Johann Henrich Schreiber aus Dietz, ein Zieglergesell" eine Tochter getauft und 1725 heiratet "Johann Philipp Bender, ein Zieglergesell, weyl. Ludwig Benders, Bürgers und Zieglers ehel. Sohn von Oppenheim aus der Pfaltz" die Tochter Wilhelmina des Häfners Markus Bechtum.

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Eine Gesellschaft hat keine Zukunft, wenn sie sich nicht an die Vergangenheit erinnert.
zitiert aus dem "Herborner Tageblatt"

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